Tipps für den Jäger als Erwerber eines Jagdgebrauchshundewelpen
Wenn der Jäger zu dem Entschluss gekommen ist, dass er einen Jagdhunde für die Jagdausübung benötigt und sich daher einen Welpen beschaffen will, sollte er nachstehende Hinweise beachten:
(1) Welche Jadghunderasse kommt für mich in Frage?
Zu beachten: Haltungsmöglichkeiten, Revierart und Größe, vorkommende Wildarten
(2) Den Welpen nur bei einem anerkannten Jagdgebrauchshundezüchter kaufen ( kein Vermehrer).
Informationen über erfolgreiche Züchter beim Zuchtwart des betreffenden Zuchtvereins. Der Züchter, wie auch der neue Besitzer müssen viel Zeit für den Welpen haben. Hunde, die nicht genügend menschlichen Kontakt in den ersten Wochen hatten, entwickeln in der Regel nicht die notwendige innige Beziehung zum Menschen (Führer). Keine isolierte Haltung der Welpen. Kontakt zu den Artgenossen muss gewährleistet sein.
(3) Welpen möglichst aus einer aus einer Leistungszucht - besser Linienzucht (keine Zufallspaarung).
Idealfall: Aus einer Wiederholungspaarung, wo die Geschwister bereits auf Prüfungen ihre Anlage gezeigt bzw. Leistungen bewiesen haben.
(4) Welpen nur mit Ahnentafeln eines Zuchtvereins,
der vom Jagd - Gebrauchshundeverein e.V. (JGHV) anerkannt ist (Stempelaufdruck beachten, VDH oder FCI). Die Welpen sollten bereits geimpft und entwurmt sein (Impfpass).
(5) Die Welpen vor dem Kauf beobachten
z.B. Lebhaftigkeit, Schreckhaftigkeit). Bei der Auswahl des Welpen möglichst einen Fachmann mitnehmen. Gut, wenn man bereits vorher mehrmals Kontakt mit ihnen hatte (zur Gewöhnung z.B. einen alten Socken/ Decke dalassen. Später legt man dann den Socken/ die Decke auf den Liegeplatz des Welpen in der neuen Umgebung).
(6) Am Abholtag eine Person mitnehmen,
die dann fahren kann, damit man sich sofort um seinen neuen Jagdbegleiters kümmern kann "sehr wichtig".
(7) Bereits vor der Ankunft des Welpens überlegen,
wo er seinen ständigen Platz im Haus haben soll (zugfrei, ruhig).
Dort eine genügend große, stabile Kiste - besser als Korb - (Kante Blechbeschlagen) aufstellen. In die Kiste einen Kauknochen legen. Der Hund beschmutzt von Natur aus nicht seine Liegestätte. Wegen der Sauberkeit den Welpen oft nach draußen führen; dabei gewöhnt er sich schon an Halsung und Leine.
Möglichst immer an kurzer oder langer Leine führen (Hund kann sich unserem Zwang nicht entziehen).
Weitere Haltungsmöglichkeiten, die der Hund kennen lernen sollte:
- Zwinger (genügend groß, überdacht mir isolierter Hütte, ausbruchsicher).
- Autotransport (der Hund liegt entweder vor dem Beifahrer - PKW- bzw. im Heck (Kombi), aber so, dass er den Fahrer nicht behindern kann (anleinen). (Gewöhnung ans Auto: erst an das stehende Auto, dann mit laufendem Motor, später kurze Strecken fahren, im Auto füttern, danach im Revier Auslaufen lassen - positives Erlebnis -)
(8) Fütterung
im Anfang dreimal, täglich (am besten im Zwinger, bei Zwingerhaltung; der Hund verbindet den Zwinger mit etwas Positivem)
- später zweimal
- der Hund im Alter ab 12 Monaten erhält nur noch einmal täglich Futter (am besten abends)
- ein Hungertag pro Woche (nur beim erwachsenen Hund)
(9) Ausbildung
Mit dem 8 bis 12 Wochen alten Welpen beginnt schon die Erziehung. Um bei Erziehung keine Fehler zu machen, ist es sinnvoll, sich schon jetzt. mit dem Hundeobmann des Hegerings bzw. des Kreises in Verbindung zu setzen. Ausbildungsmöglichkeiten:
- wichtigstes Erziehungs- und Dressurmittel ist die menschliche Stimme
- Futterschleppe (an der Leine) - Einstellung auf die spätere Schweißarbeit
- Arbeit an der Reizangel nicht hetzen lassen, oder greifen
- Schon erste Gehorsamsübungen wie "Sitz", "Down", oder "Halt", kommen zum Führer auf Kommando (alles mit sehr viel Gefühl!!!)
- Erste Apportierübungen
- Übungsdauer wenige Minuten
- oft wiederholen
- aufhören, wenn es gut war
Nach den Übungen belohnen. Steht der Hund unter Ausbildungsdruck, mit ihm spielen
Wichtig: viel Kontakt mit dem Führer, viel gemeinsames Spiel und Kontakt liegen, fördern die Prägung auf den Führer.
- Kontakt auch zu anderen Hunden suchen ( am besten Welpengruppen) aber keine Spielgruppen
- Nie den Hund mit der Hand schlagen, auch z.B. nicht mit der Zeitung (die Hand dient nur zum Füttern, Streicheln, Hilfestellung leisten).
- Den fortgelaufenen Hund nach Rückkehr zum Führer niemals strafen, immer loben.
- Keine anti-autoriäre Erziehung; der Hund muss sich unterordnen.
- Mensch ist "Leithund". Hund ist "Rangniederes Rudelmitglied".
- Griff am Nackenfell (nicht schütteln) ist eine artgerechte Bestrafung!
- Jede Möglichkeit zum Kennen lernen aller Wildarten nutzen.
- In jedes Gelände mitnehmen.
- In der warmen Jahreszeit ihn ans Wasser gewöhnen, z.B. gemeinsam mit dem Hund baden (negative Erlebnisse vermeiden, z.B. ins Wasser stoßen).
- Schleppen am Riemen arbeiten (freie Schleppe erst, wenn das Apportieren/Bringen einwandfrei beherrscht wird).
- Jedes unkontrollierte Hetzen von Wild vermeiden.
- Nie den Hund ohne Aufsicht laufen lassen.
- Vorsichtig den Hund an den Schuss gewöhnen. (Im Anfang nur auf weite Entfernung schießen; ca., l00 m vom Hund entfernt). Mit Luftgewehr anfangen, langsam steigern, nie über den Hund direkt schießen.
- Silvester (Jahresende) den Hund vor der Knallerei schützen (schussscheue und schussempfindliche Hunde wurden oft erst dadurch dazu gemacht)
- Rechtzeitig für den Hundeführerlehrgang oder Welpengruppe, der Kreisgruppe anmelden.

